Swiss Brandschutz
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Brandabschottung: Anforderungen, Systeme und die häufigsten Fehler

Warum jede Kabel- und Rohrdurchführung abgeschottet werden muss – und woran VKF-Abnahmen am häufigsten scheitern.

Aktualisiert am 22. Mai 2026

Installationen über einer abgehängten Decke – Durchführungen, die brandschutzgerecht abgeschottet werden müssen
Kurz zusammengefasst
  • Jede Durchdringung einer Brandabschnittswand oder -decke ist eine Schwachstelle und muss abgeschottet werden.
  • Die Abschottung muss denselben Feuerwiderstand wie das durchdrungene Bauteil erreichen (z. B. EI 90).
  • Nur geprüfte Systeme mit gültigem Anwendbarkeitsnachweis sind VKF-konform – Abweichungen vom Prüfaufbau sind unzulässig.
  • Häufigste Mängel: nachträglich nicht verschlossene Öffnungen, falsche Abstände, fehlende Kennzeichnungsschilder.

Eine Brandabschottung verschliesst die Stelle, an der Kabel, Rohre oder Lüftungen einen brandabschnittsbildenden Bauteil durchdringen – so, dass dessen Feuerwiderstand erhalten bleibt. Ohne korrekte Abschottung wirkt der beste Brandabschnitt nicht, weil sich Feuer und Rauch über die Durchführungen ausbreiten. In der Praxis ist die Abschottung einer der häufigsten Gründe, warum Brandschutzabnahmen beanstandet werden.

Warum sind Abschottungen so wichtig?

Brandabschnitte begrenzen Feuer und Rauch auf einen Bereich. Jede Leitung, die eine solche Wand oder Decke durchdringt, hinterlässt aber eine Öffnung – und genau dort breitet sich ein Brand sonst ungehindert aus. Die Abschottung stellt den Feuerwiderstand an dieser Stelle wieder her.

Welche Anforderungen muss eine Abschottung erfüllen?

  • Sie muss mindestens den Feuerwiderstand des durchdrungenen Bauteils erreichen (häufig EI 90).
  • Sie muss mit einem geprüften, anerkannten System ausgeführt werden (VKF-Anerkennung / Anwendbarkeitsnachweis).
  • Der Einbau muss exakt dem geprüften Aufbau entsprechen – Material, Schichtdicke, Abstände.
  • Jede Abschottung ist mit einem Schild zu kennzeichnen und zu dokumentieren.

Welche Abschottungssysteme gibt es?

SystemEinsatz
Schott-Mörtel / -MauerwerkGrössere Öffnungen mit gemischter Belegung
BrandschutzmanschettenBrennbare Kunststoffrohre
BrandschutzkissenTemporär oder bei häufigen Nachbelegungen
Intumeszierende MassenKabel- und Rohrdurchführungen

Welches System passt, hängt von der Belegung, dem Bauteil und der geforderten Klasse ab. Massgebend ist immer der jeweilige Anwendbarkeitsnachweis des Herstellers.

Die häufigsten Fehler bei der Abschottung

  • Nachträgliche Durchführungen, die nicht wieder fachgerecht verschlossen werden.
  • Überbelegung – mehr Kabel als im Prüfaufbau zugelassen.
  • Falsche Abstände zwischen Durchführungen oder zum Bauteilrand.
  • Vermischen von Systemen verschiedener Hersteller ohne Nachweis.
  • Fehlende Kennzeichnung und Dokumentation – führt zur Beanstandung bei der Abnahme.

Häufige Fragen

Muss wirklich jede Durchführung abgeschottet werden?+

Ja – sobald eine Leitung einen brandabschnittsbildenden Bauteil durchdringt, muss die Durchführung so verschlossen werden, dass der Feuerwiderstand erhalten bleibt.

Darf ich eine Abschottung selbst nachbelegen?+

Nur, wenn das System dafür zugelassen ist und der Nachweis die Nachbelegung abdeckt. Andernfalls muss die Abschottung fachgerecht angepasst und neu dokumentiert werden.

Wer kontrolliert die Abschottungen?+

Im Rahmen der Qualitätssicherung die Fachbauleitung Brandschutz, bei der Abnahme die kantonale Brandschutzbehörde. Die Dokumentation ist Teil der Brandschutzdokumentation.

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