- Viele Schaumlöscher enthielten fluorhaltige Tenside (PFAS), die in der Umwelt praktisch nicht abbaubar sind.
- Die EU schränkt PFAS in Feuerlöschschäumen über das Chemikalienrecht (REACH) zeitlich gestaffelt ein bis hin zum Verbot.
- Fluorfreie Schaumlöscher (oft als «F3» bezeichnet) sind die gängige Alternative; Pulver- und CO2-Löscher sind ohnehin fluorfrei.
- Altgeräte mit fluorhaltigem Schaum müssen fachgerecht als Sonderabfall entsorgt werden – nicht über den Hausmüll.
PFAS – per- und polyfluorierte Alkylverbindungen – stehen seit Jahren in der Kritik: Sie sind extrem langlebig, reichern sich in der Umwelt an und gelten als gesundheitlich bedenklich. In vielen Schaumlöschern und Löschschäumen waren sie lange Standard. Dieser Beitrag erklärt, warum sich das ändert und was Betreiber jetzt tun sollten.
Warum sind fluorhaltige Feuerlöscher ein Problem?
Fluorhaltige Schaummittel – bekannt als AFFF (Aqueous Film Forming Foam) – bilden einen Film, der brennbare Flüssigkeiten besonders wirksam abdeckt. Genau die dafür verantwortlichen PFAS sind aber das Problem: Sie werden in der Natur kaum abgebaut, gelangen über Löscheinsätze und Übungen in Boden und Grundwasser und gelten als «ewige Chemikalien».
Was bedeutet das PFAS-Verbot?
Die EU beschränkt PFAS in Feuerlöschschäumen über das Chemikalienrecht (REACH) schrittweise. Für verschiedene Anwendungen gelten zeitlich gestaffelte Übergangsfristen, an deren Ende ein Verbot steht – beginnend mit tragbaren Feuerlöschern und allgemeinen Anwendungen, mit längeren Fristen für spezielle Industrie- und Tanklöschanlagen.
Die Schweiz orientiert sich im Chemikalienrecht eng an der EU. Auch hier geht der Trend klar weg von fluorhaltigen Löschmitteln. Betreiber sollten die Entwicklung verfolgen und Beschaffung wie Entsorgung frühzeitig planen.
Welche Alternativen gibt es?
- Fluorfreie Schaumlöscher (häufig als «F3» bezeichnet) – für viele Anwendungen ein vollwertiger Ersatz
- ABC-Pulverlöscher – fluorfrei, breit einsetzbar, aber mit starker Verschmutzung im Einsatz
- CO2-Löscher – fluorfrei, rückstandsfrei, ideal für elektrische Anlagen und empfindliche Bereiche
- Wasser- und Wassernebellöscher – fluorfrei, für feste Stoffe und bestimmte Risiken geeignet
Welche Variante passt, hängt von der Brandklasse und der Nutzung ab. Bei der Umstellung lohnt sich eine Beratung, damit Anzahl und Löschmitteleinheiten weiterhin zur Gefährdung passen.
Wie entsorge ich fluorhaltige Altgeräte?
Feuerlöscher mit fluorhaltigem Schaum gehören nicht in den Restmüll. Das Löschmittel ist als Sonderabfall fachgerecht zu entsorgen; das übernehmen spezialisierte Entsorger oder die Löschgerätefachfirma im Rahmen der Umstellung. Eine saubere Dokumentation der Entsorgung gehört zur Brandschutzdokumentation.
Häufige Fragen
Muss ich meine Schaumlöscher sofort austauschen?+
Nicht zwingend sofort – aber vorausschauend. Für viele Anwendungen laufen Übergangsfristen, an deren Ende fluorhaltige Schäume nicht mehr zulässig sind. Bei der nächsten Wartung oder Neubeschaffung sollten Sie auf fluorfreie Geräte umstellen.
Sind Pulver- und CO2-Löscher von dem Verbot betroffen?+
Nein. Das PFAS-Thema betrifft fluorhaltige Schaummittel. Pulver- und CO2-Löscher enthalten keine PFAS und bleiben uneingeschränkt einsetzbar.
