- Eine jährliche Räumungsübung macht Kindern und Team den Ablauf vertraut und deckt Schwachstellen auf.
- Kindgerecht heisst: ruhig erklären, spielerisch üben, keine Angst erzeugen – der Ernst der Lage wird altersgerecht vermittelt.
- Jede Gruppe braucht klare Rollen: wer zählt die Kinder, wer führt zum Sammelplatz, wer kontrolliert die Räume.
- Wichtig sind ein definierter Sammelplatz, vollständige Anwesenheitskontrolle und eine ehrliche Nachbesprechung.
Kinder reagieren im Ernstfall anders als Erwachsene: Sie verstecken sich, suchen Vertrautes oder erstarren. Genau deshalb ist die Räumungsübung in der Kita so wichtig – sie macht den Ablauf zur Routine, bevor er gebraucht wird. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie eine Brandschutzübung kindgerecht vorbereiten, durchführen und nachbereiten.
Warum üben in der Kita so wichtig ist
Eine regelmässige – idealerweise jährliche – Räumungsübung verfolgt zwei Ziele: Kinder und Team verinnerlichen den Ablauf, und die Verantwortlichen erkennen Schwachstellen, etwa verstellte Wege, unklare Zuständigkeiten oder einen ungünstigen Sammelplatz. Geübtes Verhalten gibt im Ernstfall Sicherheit und spart wertvolle Sekunden.
Vorbereitung: Rollen und Wege klären
- Fluchtwege und einen sicheren, gut erreichbaren Sammelplatz festlegen
- Pro Gruppe Rollen verteilen: zählen, führen, Räume und Sanitärbereiche kontrollieren
- Anwesenheitsliste griffbereit halten, um die Vollzähligkeit am Sammelplatz zu prüfen
- Den Ablauf vorab im Team besprechen und mit der Leitung abstimmen
Die erste Übung kann angekündigt werden, damit Kinder nicht erschrecken. Spätere Übungen dürfen überraschender ablaufen, bleiben aber immer ruhig und freundlich.
Durchführung: ruhig, klar, kindgerecht
Erzieherinnen und Erzieher gehen als Vorbild voran: ruhige Stimme, klare Ansagen, an die Hand nehmen. Kinder werden in der Gruppe zum Ausgang geführt, nicht einzeln gesucht. Am Sammelplatz wird sofort gezählt und mit der Anwesenheitsliste abgeglichen. Wichtig ist, Angst zu vermeiden – die Übung soll vertraut machen, nicht verängstigen.
Für die Jüngsten helfen vertraute Bilder und kurze, klare Sätze. Manche Einrichtungen verbinden die Übung mit einem Bilderbuch oder einem Lied, damit der Ablauf positiv besetzt bleibt.
Nachbereitung: ehrlich auswerten
Nach der Übung bespricht das Team: Wie lange dauerte die Räumung? Waren alle Wege frei? Hat die Zählung am Sammelplatz funktioniert? Gab es Kinder, die sich versteckten? Die Erkenntnisse fliessen in die Brandschutzdokumentation und in die nächste Übung ein. So wird jede Räumungsübung etwas besser als die vorige.
Häufige Fragen
Wie oft sollte eine Kita eine Räumungsübung machen?+
Üblich und sinnvoll ist mindestens einmal pro Jahr. Bei personellen Wechseln oder baulichen Veränderungen kann eine zusätzliche Übung angebracht sein.
Wie verhindere ich, dass Kinder Angst bekommen?+
Indem die Übung ruhig, freundlich und spielerisch abläuft. Erwachsene bleiben Vorbild, erklären altersgerecht und vermeiden Hektik. Die erste Übung kann angekündigt werden, damit der Einstieg positiv ist.
